Ein Antifouling wirkt durch seine Biozidfreisetzung um Microrganismen abzuwehren. Je nach Bewuchsdrücken bedarf es entsprechender Biozide. Zum Beispiel pflanzlicher Bewuchs lässt sich mit Zineb verhindern, das beigefügte Kolophonium sorgt für die Freisetzung bzw. für die Lechingrate. Für die Verhinderung von tierischen Bewuchs bedarf es z.B. Trykresylphosphat. Auch Kupfer hat geringe Bewuchsschutzeigenschaften (antibakterielle Wirkung), wobei Kupfer(I)oxide erblich besser geeignet sind. Um also einen Bewuchsschutz zu ermöglichen müssen je nach Bewuchsdrücken- und Bewuchsart 10 –30 Milligramm/cm² an Bioziden im Monat freigesetzt werden. Bei 10 Milligramm haben wir einen geringen Bewuchsschutz, bei 30 Milligramm haben wir max. Bewuchsschutz, wobei mehr durch die BIUZID- EU-Verordnung nicht erlaubt ist.

Die Freisetzung der Biozide geschieht entweder durch Erosion oder Abrieb. Auf Grund der Biozidanteile kann sich jeder ungefähr ausrechnen, wie lange sein Bewuchsschutz ausreicht. Z.B. Antifouling XYZ hat 160 Gramm Biozide auf einen Liter, Ergiebigkeit ca. 9 m². Wir haben damit ca. 170 Milligramm Biozide auf einen cm². Je nach Auslastung und Geschwindigkeit ist also der Bewuchsschutz nach 6 – 12 Monaten verbraucht. Wenn also einer meint bei Ihm funktioniert das 24 Monate und mehr, dann haben wir nun mal eine geringerer Auslastung. Die Auslastung wird also bestimmt durch die Gewässerart, Durchschnittstemperatur, Betriebsdauer und Geschwindigkeit.

Bei der Schraube haben wir nun mal das Problem wenn die nicht im Betrieb ist, dann haben wir beim Antifouling eine geringe – oder keine Biozidfreisetzung, damit kann sich der Bewuchs verfestigen. Im Betrieb haben wir eine entsprechend hohe Biozid freizetzung, entsprechend schnell wird das Antifouling durch den Abrieb verbraucht, wobei beim Betrieb der Schraube – bzw. ab Geschwindigkeiten von mehr als 3 Knoten kein Bewuchs verfestigen kann. Somit sollte jeden klar sein, dass herkömmliche Antifoulings nicht funktionieren können. Eine empfohlene Schichtstärke ist beim Betrieb der Schraube je nach Drehzahl in wenigen Minuten verbraucht. Es gibt physikalisch also keine Möglichkeit den Prozess umzukehren, so dass im Ruhezustand der Schraube vermehrt Biozide freigesetzt werden und im Betrieb der Schraube keine Biozide frei gesetzt werden.

Somit bleibt im Grunde nur die Möglichkeit der Selbstreinigung, oder Antihaftbeschichtungen damit sich der Bewuchs nicht verfestigen kann. Eine Ausnahme wäre z.B. Coopercoat. Da haben wir eine mit Kupfer angereicherte Epoxidbeschichtung die inaktiv ist und durch anschleifen aktiviert wird. Wenn also der Anwendungsfall da genau passt, dann könnte das im Einzelfall bei geringen Drehzahlen funktionieren, bzw. es muss der Bewuchsschutz bei Ruhezeiten durch anschleifen aktiviert werden. Nur auf Buntmetalle bedarf es einer besonderen Haftgrundierung und die funktioniert nicht mit Coopercoat.

Auch die Antihafteigenschaften z.B.von PTFE zur Selbstreinigung funktioniert nicht, da nun mal sessiler Bewuchs bestens auf PTFE haftet. Das beste Beispiel ist da die Marina Travemünde, wo eine Yacht z.B. mit VC17m innerhalb von 5 Monaten einen flächendeckenden Bewuchs mit Miesmuscheln hat. Was also halbwegs funktioniert ist Silikon, bzw. die Silikonöle die durch das Silikon frei gesetzt werden. Da haben wir aber das Problem der Shurhärte und Haftung auf dem Untergrund, so dass sich das Silikon sehr schnell ablöst und eine erneute Beschichtung erhebliche Haftungsprobleme verursacht. Auch Gummi hat sehr gute Selbstreinigungseigenschaften, wobei je nach Gummi vom sesilen Bewuchs gemieden wird, aber pflanzliche Bewuchs darauf bestens haftet und den Haftgrund für tierischen Bewuichs bildet.

Wie auch immer, wir haben jedes Jahrein paar neue Wundermittel mit denen sich richtig Geld verdienen lässt, die aber genau so schnell wieder verschwinden oder mit neuen Namen bei der nächsten Messe angeboten werden. Damit hat sich nun mal ein zähes Heißlagerfett das auch im Wasser auf die Schraube aufgetragen werden kann, am besten bewährt.

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