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Thema: Imberal-s

  1. #1
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    Standard Imberal-s

    Hallo,
    ich habe da mal eine Frage!
    Vor längerer Zeit habe ich mein Stahlboot mit Imberal-S (Lösungsmittelhaltiger Bitumenanstrich für die Schifffahrt) gestrichen.
    Dieses Produkt gibt es so nicht mehr. Gibt es einen Anstrich den man darüberstreichen kann ohne alles zu entfernen?
    Ich fand das Bitumen einfach genial.

    MfG

  2. #2
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    Standard AW: Imberal-s

    Hallo Grizzly,
    vor einigen Jahren gab es noch benzo(a)pyrenfreie Teer-Epoxidanstriche die aus Ölteer hergestellt wurden. Die zusätzliche Grundierungen PVC-Vinyl das als Haftgrund für Antifoulings erforderlich war, so wie das Imberial-S wurde auch noch aus Ölteer hergestellt. Der einziger Hersteller solcher Produkte war damals Relius die von BASF übernommen wurden. Diese Anstriche waren kein Bitumen, aber der Geruch war wie Teer oder Bitumen. Die Anstriche waren hervorragend, werden aber aus Kostengründen sowie weil es kaum noch Ölteer gibt seit Anfang 2000 nicht mehr hergestellt. Ähnliche Produkte werden aber immer noch aus Steinkohleteer in Holland hergestellt für die Bauchemie. Die sind aber toxisch, erfordern bei der Verarbeitung einen Körper-und Atemschutz und dürfen an Privatanwender zumindest in Bayern nicht verkauft werden.

    Kompatibel ist aber das PVC-Vinyl Marine 470 siehe http://techinfo.relest.basf-coatings...470-0039_-1905 im Onlineshop das nicht toxisch ist, denn damit mussten Anfang 2000 alle Altanstriche der Berufsschifffahrt die TE oder TBT enthielten aus Umweltschutzgründen überschichtet werden. Da die Toxität fehlt, haben diese Grundierungen auch keinen Bewuchsschutz mehr und werden dann mit Marine 522 LF oder Ecoship (gleiche Trägerkomponente wie die Grundierung) überschichtet. Es werden vor allem im Norden noch Bojen mit diesen TE aus Steinkohleteer beschichtet. Das TE ist aber eine 2 K. Beschichtung und haftet nicht auf dem Imberial-S
    Grüße Friedrich

  3. #3
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    Standard AW: Imberal-s

    Moin Friedrich,
    Danke für die gute Auskunft. Mein Hersteller war Hahne aus Datteln, somit wären es mal 2 Hersteller. Was bedeutet den TE bzw TBT?
    Kann ich das RELEST® Marine 470 - 1 K. Vinyl - SEALER also einfach auf das Imbral_s auftragen!?
    Hajo

  4. #4
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    Standard AW: Imberal-s

    Hallo Hajo,
    die meisten Hersteller solcher Produkte sind vernetzt mit BASF. Wir haben z.B. über 400 angeblich verschiedene Antifoulings, aber nur 9 Hersteller weltweit. Der maritime Bereich Relius ist BASF, der Bereich ist aber in Akzo Nobel eingegliedert, dazu gehört auch International. Nur wenn International auf dem Gebinde Gelshield 200 steht, dann ist in Wirklichkeit der Hersteller die Voss-Chemie die auch Hempel beliefert. Wer also mit wem zusammenarbeitet und wer was herstellt ist inzwischen bei der Kompatibilität von Produkten ein großes Problem geworden. Daher brauchen wir immer die Sicherheitsdaten mit den Inhaltsstoffen. Das Imberial-S ist meines Wissen ein Polymermodifizierte Bitumen, ähnlich wie Vinyle hergestellt monomer Vinylchlorid.

    TE ist Teerepoxid, das aus Teerölen oder Steinkohle hergestellt wird. TBT ist Tributhylzinnoxid wurde 40 Jahre als Antifouling verwendet, inzwischen verboten, die Trägerkomponente wurde aus Teerölen hergestellt und die Altanstriche mussten alle mit RELEST® Marine 470 - 1 K. Vinyl - SEALER bis Ende 2000 überschichtet werden.

    Der Marine 470 verbindet sich mit alten Bitumenanstrichen, versiegelt die Oberfläche und ist zugleich ein Haftvermittler für mehrjährige SPC-Antifoulings. Es ist aber grundsätzlich ein kleiner Probeanstrich erfordert. Kommt es zu keiner Kräuselung, oder der Untergrund steht nicht auf, dann passt es, da das Xylol im Vinyl alte Bitumenanstriche anlöst und das Vinyl vernetzt sich mit dem Bitumen.

    Auf eine Stahlyacht sollte wirklich keine Bauchemie verwendet werden. Stahl korrodiert durch einen natürlichen Alterungsprozess auf Grund der Verunreinigung mit Schwefel und Phosphor. Solche Bitumenanstriche decken nur die Oberfläche ab und darunter erfolgt die Korrosion die meist nicht sichtbar ist. Wir brauchen bei Stahl für den Korrosionsschutz immer hohe Anteile einer Pigmentierungen wie z.B. Eisenglimmer für die Feuchtedichte, Zinkoxide, Aluminiumoxide zur Neutralisation, die in den Produkten der Bauchemie nicht vorhanden sind.

    Das gilt auch für das Antifoulings, das bei Stahlyachten hohe Anteile an Zinkoxide haben sollte.

    Grüße Friedrich.

  5. #5
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    Standard AW: Imberal-s

    Moin,
    Danke noch mal, jetzt bin ich wieder schlauer.
    Der Herbst kann kommen, und der Pinsel auch

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