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Osmose an GFK Kutter

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  • Osmose an GFK Kutter

    Moin Friedrich,

    das Auskranen meines Schiffes, BJ. 1973 brachte in diesem Jahr wenig erfreuliches zu Tage.
    Über der Wasserlinie haben sich einige Blasen gebildet.
    Nach dem Aufstechen trat eine Flüssigkeit, nach Säure riechend aus. Am Tag darauf fand ich einen getrockneten bräunlichen, harzartigen Austritt an besagten Stellen vor.
    Sicherlich ist die Diagnose hier recht eindeutig. Da die Blasen nur an wenigen Stellen vorkamen, hege ich die Hoffnung eine Osmosebehandlung selbst vornehmen zu können ohne in Panik zu verfallen.
    Wie würdest du grob vorgehen?

    Eine weitere Frage:
    ich habe mein Unterwasserschiff im vergangenen Frühjahr nach deinen Beschreibungen neu aufgebaut (PVC Sealer und Relest Longlife) . Am GFK Rumpf hat alles super gehalten und der Pockenbefall in der bewuchsstarken Warnow war übersichtlich. An meinen nachträglich angebauten Stahlkielen löste sich AF und Grundierung jedoch ab und der Pockenbefall war enorm. Eine unzureichende Reinigung vor dem Streichen schließe ich aus. Hast du eine Idee woran es sonst liegen könnte oder andere Vorschläge für die AF Beschichtung + Grundierung bei Stahl?

    Danke vorab für die wertvollen Hinweise!

    Liebe Grüße aus Rostock
    Robert

  • #2
    AW: Osmose an GFK Kutter

    Hallo Robert,
    bei einen 46 Jahre alten Schiff müssen wir einfach Zugeständnisse machen und auch die Verhältnismäßigkeit sehen. Wenn die Blasen überschaubar sind, dann öffnen, mit Aceton sauber machen und einfach mit einer EP-Feinspachtel zu machen, verschleifen. Darüber einfach mit dem Vinyl-Primer überstreichen, dann mit den Antifouling überlappen. Das lässt sich einfach und schnell erledigen und wir gewinnen einige Jahre an Zeit mit solchen Nachbesserungen.

    Was den Stahlkiel betrifft, da haben wir es immer mit einer Korrosion zu tun, da es sich in der Regel um einen mit Phosphor und Schwefel verunreinigten Stahl handelt. Eine vollständige Kielsanierung würde um die 1000,-€ kosten und da fehlt die Verhältnismäßigkeit. Ein Problem sind bei Stahl immer die Rauhigkeit für die Haftung und die Feuchte. Je nach Witterung haben wir bei der Temperatur beim Stahl und der Umgebungstemperatur eine Differenz, so dass sich Kondensfeuchte auf der Oberfläche bildet. Somit kommt es zu solchen Abplatzungen. Zuerst einmal sollte der Stahl mit einer Perago-Scheibe oder mit einer groben Schruppscheibe aufgeraut werden. Im Maschinenbau wird in der Regel dann der Stahl mit einen Gasbrenner abgeflammt, die Oberfläche erhitzt, so dass die sich bildende Kondensfeuchte verdunstet. Das wird auch gemacht, wenn z.B. die Schraube mit Antifouling beschichtet wird um die Haftung zu verbessern. Nach den Abflammen sollte mit Trychloräthylen gereinigt werden. Da ich Dir kein Trychloräthylen verkaufen darf, verwende reines Aceton (im Online Shop), mehrmals reinigen. Die schnelle Verdunstung von Aceton ermöglicht eine Entfeuchtung der Oberfläche. Streiche dann den Kiel mit einen RELEST® Marine 251 1K-CR-Primer (im Online-Shop). Das ist ein Chlorkautschuk mit hohen Zinkoxidbeigaben für den Korrosionsschutz, der wird dann innerhalb der Überschichtungsintervalle mit dem Antifouling überschichtet. Auch das ist natürlich keine Dauerlösung. aber wenn wir alle 1-2 Jahre nachbessern müssen, dann wird nur der Bereich wo die Korrosion durchbricht mit der Flex sauber gemacht, mit dem Chlorkautschuk ausbessern, Antifouling darüber, das geht einfach und schnell.

    Grüße Friedrich

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    • #3
      AW: Osmose an GFK Kutter

      Hallo Friedrich,

      ich danke dir für die fachkundige Auskunft und werde mich entsprechend deiner Anleitung verhalten.

      Beste Grüße und einen schönen Restsonntag.

      Robert

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